Angebot Psychosoziale Begleitung
Psychiatrische Gesundheits- & Krankenpflege
Eine Basis bilden
Die psychiatrische Pflege wird, oft aus einer defizitorientierten Warte, in der Pflege von Krankheiten gesehen. Uns liegt nicht eine Pflege der kranken Psyche, vielmehr eine Förderung der psychischen Gesundheit am Herzen. Das bedeutet, auf gemeinsamer Suche Ressourcen finden, sinnversprechende Ziele erarbeiten, sie aufgrund der gemachten Erfahrungen immer wieder den Gegebenheiten anpassen und fassbare Zwischenziele sicher erreichen. Hierbei entwickeln wir Perspektiven und verfolgen diese nach Ihren Vorstellungen, unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Krankheits- und Gesundheitsaspekte. Den Bedarf benötigter Unterstützung erarbeiten wir individuell und nutzen nach Möglichkeit weitere therapeutische Angebote sowie stabilisierende Elemente. Den Schwerpunkt legen wir auf die Selbsthilfe und fördern entsprechend Selbstfürsorge und Selbstwirksamkeit.
Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes verstehen wir grundsätzlich in einem ganzheitlichen Ansatz als Krisengeschehen und reagieren darauf entsprechend der individuellen Situation. Weitere Informationen zur Krisenintervention, zum Thema Entlastung und Entspannung, finden Sie hier.
Prozessorientierte Behandlungsplanung, Begleitung & Evaluierung
Wieder einen Plan haben
Um die Voraussetzungen für eine effektive, effiziente wie auch nachhaltige Pflege zu gewährleisten, legen wir Wert auf eine sorgfältige Behandlungsplanung, welche wir von Beginn an mit Ihnen zusammen erarbeiten und laufend evaluieren. Das Ziel ist es hierbei, mit Ihnen zusammen Transparenz, Eigenverantwortung und Eigenermächtigung in den Prozess zu bringen, Sie in Ihrer Mitsprache zu stärken und Sie zunehmend für die Übernahme der Rolle als Experte Ihrer eigenen Gesundheit zu fördern. Jeder Krankheits- und Gesundheitsprozess ist individuell. Wir achten auf Ihre Ziele und Veränderungswünsche und beziehen uns auf Ihre Erfahrungen und Strategien. Uns interessiert Ihr Verständnis Ihrer Erkrankung, Ihrer Geschichte, Ihrem Bezug zur allenfalls gestellten Diagnose und den benannten Symptomen. Gemeinsames Betrachten Ihrer Geschichte; hin zu einem gemeinsamen Verstehen und einer eigenständigen Bewältigung tragen dazu bei, gemeinsam die notwendigen Schritte und Ziele für den therapeutischen Prozess zu entwickeln.
Um eine effiziente, nachhaltige Behandlung zu ermöglichen, gewichten wir die Zufriedenheit mit der Behandlung als sehr hoch und überprüfen diese mit Ihnen fortlaufend. Die Behandlungsplanung wird jeweils auf die Dauer von drei Monaten, oder nach Absprache, ausgerichtet. Wir legen hohen Wert auf die verbindliche Umsetzung von Terminen, Absprachen, Behandlungsvereinbarungen und Krisenplänen. Zusätzliche Informationen zur Entstehung einer Krise und ihrer möglichen Folgen finden Sie hier.
Psychosoziale Unterstützung & Vernetzung
Gemeinsam sind wir stärker
Gerade bei langjähriger Erkrankung sind oft viele Personen in die Behandlung involviert. Wir arbeiten nahe mit ihnen zusammen, so dass es Sinn macht, hier Vernetzungsarbeit im Sinne eines sogenannt häuslichen Case-Managements anzubieten. Um dies umzusetzen ist eine offene, transparente Vorgehensweise Voraussetzung. Wir vertreten diese Haltung, immer mit Ihrem ausdrücklichen Einverständnis, auch gegenüber Ihren Angehörigen, sowie den übrigen in die Behandlung einbezogenen Personen. Wir setzten uns hierbei für Ihre Position ein. Auch hier verstehen wir unsere Unterstützung als Hilfe zur Selbsthilfe. Wir suchen einen offenen, objektivierenden Dialog und multiprofessionellen Austausch im Sinne des Trialogs mit Ihnen, Ihren Angehörigen und nach Möglichkeit allen weiteren Beteiligten.
Wir bieten über die Vernetzungsarbeit mit den beteiligten Helfern, Therapeuten und Sachbearbeitern im Sinne eines Case-Managements, auch die Möglichkeit, Synergien im gemeinsamen Therapieprozess aufzufinden. Zusätzliche Informationen zur psychosozialen Begleitung sowie zu unserer Haltung zur Psychopharmakologie finden sie hier.
Exposition, Selbstfürsorge & Selbstwirksamkeit
Den eigenen Zugang finden
Es gibt eine Metapher, in welcher Ängste als die Schmerzen psychischer Leiden beschrieben werden. Woher kommt die Kraft, die herausführt aus jenem Teufelskreis der Angst vor der Angst, jegliche Selbstbestimmtheit lähmend? Ein möglicher Weg hinaus führt über eine Pflege der Selbstfürsorge zu einem verstärkten Gefühl der Selbstwirksamkeit. Selbstfürsorge beinhaltet neben einer liebevollen Zuwendung auf allen Ebenen zu sich selber, dem Wissen und Wahrnehmen der eigenen Bedürfnisse, auch einen wirksamen Selbstschutz, das achtsame Einschätzen möglicher Belastungen und Überforderungen. Dies ergibt die Basis für das Wiederstarken der Überzeugung, auch schwierige Situationen und Herausforderungen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können. Dieser Prozess kann durch die sorgfältige Planung und Durchführung von Expositionen verstärkt werden. Eine Konfrontation mit angstauslösenden Reizen bedingt aber eine sorgfältige Planung und eine tragende Vertrauensbasis.
Angst und Panikstörungen erlauben aus unserer Sicht ein offensiveres Vorgehen bezüglich Konfrontation mit der Angst als bei Traumafolgestörungen. Über die Definition von Traumafolgestörungen sowie entsprechende mögliche Therapieschritte finden sie hier zusätzliche Informationen.
Tagesstrukturierung & Aktivierung
Sich mitteilen können
Psychische Krisen gehen oft mit einem sozialen Rückzug einher. Wir betrachten Ihre gegebene Lebensumwelt, Ihre soziale Situation, Ihre Situation bei der Arbeit wie auch Ihre Freizeitgestaltung, und klären hierbei Ihre Wünsche und Bedürfnisse. Absichten, Vorsätze oder Druck und Verbote bringen zumeist das Gegenteil des Erwünschten. Mit reinem Willen lässt sich in vielen Fällen ebenfalls nichts erzwingen. Menschen in Krisen haben oft zu viele Erfahrungen des eigenen Scheiterns und Misserfolgs erleben müssen. Es ist daher wichtig, dass korrigierende Erfahrungen mit kleinen Erfolgen möglich werden. Hierbei ist es einfacher, Handlungen und Strategien zu verstärken, welche schon bekannt und noch im Rahmen des Möglichen sind. Die entsprechende Umsetzung in den Alltag erfordert darum auch sorgfältige Vorbereitung mit Einbezug von Techniken der Selbstregulation.
Mehr über Achtsamkeit & Mentalisierung erfahren Sie hier auf der Seite Trauma-Arbeit.